Grund- und Mittelschule Stätzling-Derching: Hand in Hand in die Zukunft
 

Unsere Schulgeschichte

  

Auch in Stätzling oblagen Erziehung und Bildung bis 1662 der Kirche, d.h. dem Pfarrer und deren Mesnern, die oftmals selber des Schreibens und Lesens nicht mächtig waren, und für einen kargen Lohn mehr schlecht als recht dem Pfarrer zur Seite standen. Der erste Lehrer, der auch die Kunst des Lesens und Schreibens beherrschte, dürfte Anton Brandl gewesen sein.

Als im Jahre 1770 Kurfürst Max III. Joseph erstmals die Schulpflicht verkündete, wollte man sich in Stätzling mit diesem Gedanken lange nicht anfreunden. Man weigerte sich trotz Strafandrohung, ein Schulhaus zu bauen. So ergriff Lehrer Brandl selbst die Initiative und funktionierte kurzerhand sein Wohnzimmer zu einem Klassenzimmer um, wo er 43 Kinder unterrichten sollte, sofern diese alle ihrer Schulpflicht nachkamen und zum Unterricht erschienen. Sein Sohn Johann Brandl wurde der erste hauptamtliche Lehrer in Stätzling. Er baute auf eigene Rechnung im Haus seiner Mutter ein Schulzimmer. Wenigstens die Schulmöbel finanzierte die Gemeinde.

Bei dieser billigen Notlösung blieb es, weil sich die Stätzlinger trotz ultimativer Aufforderung des Landgerichts hartnäckig weigerten, ein Schulgebäude zu errichten und ihrer Schulpflicht nachzukommen. Im Jahr 1839 mussten in diesem Provisorium 40 Werktags- und 37 Feiertagsschüler unterrichtet werden, deshalb genehmigte der Gemeindeausschuss wenigstens die Erweiterung des einen Zimmers und stattete dieses sogar mit einem Kachelofen aus. Erst 1862 – 100 Jahre zu spät - kam es unterhalb der Kirche „zum ersehnten Neubau“ mit einem Lehrsaal und einer Lehrerwohnung.

 

Die Lehrer (1862 Stephan Iblher, 1865 Joseph Betz, 1871 Karl Kerler, 1883 Herr Schmaußer, 1896 Johann Breiteneicher, 1899 bis 1919 Franz Oberhauser) mussten sich ihr Brot hart verdienen. Neben ihrer Lehrtätigkeit hatten sie auch täglich die Kirchenorgel zu spielen, den Mesnerdienst zu verrichten, die Kirchenstiegen zu reinigen und als Gemeindeschreiber zu dienen - das Ganze für einen kargen Lohn und Naturalien. Zudem wurden sie mit Geringschätzung bestraft, zumal die Bauern ihre Kinder lieber bei der Arbeit auf dem heimischen Betrieb als in der Schule sahen.

Ab 1.1.1919 oblag die Schulaufsicht nicht mehr der Geistlichkeit, sondern einem Schulrat, die Feiertagsschule hieß nun Volksfortbildungsschule. Die Heranwachsenden mussten ab 1921 am Sonntag nach der Kirche die Schulbankdrücken und ein Jahr später in der Winterszeit auch 3 Stunden am Samstag. Zwischen 1935 bekam Stätzling eine zweite Lehrkraft zugewiesen und 1948 sogar noch eine dritte. Da es im Schulhaus aber nur zwei Klassenzimmer gab, mussten die mittlerweile 171 Kinder im Schichtunterricht beschult werden. Deshalb baute man 1956 im Schloss einen Schulsaal aus, der wieder einen geregelten Unterricht ermöglichte. Schon fünf Jahre später reichten auch die drei Schulräume nicht mehr aus, deshalb wurde wieder im Schichtbetrieb unterrichtet. Hauptlehrer Ebner, der spätere Bürgermeister, beantragte daher einen Neubau für 5 bis 8 Klassen. Schon 1962 konnte das neue Schulgebäude mit 5 Klassenzimmern, Handarbeitsraum, Schulküche, Werkraum und Lehrerzimmer eingeweiht werden. Damit hatte Stätzling ein modernes Schulhaus auf dem neuesten Stand.

 
 
1964 schlossen sich die drei Gemeinden zu einem Schulverband zusammen und begannen unverzüglich mit dem Bau eines zweiten Schultrakts mit zusätzlichen 6 Klassenzimmern und einer Turnhalle. Am 15. September 1965 wurde das neue Schulhaus eingeweiht. Als Hauptlehrer Anton Ebner in den Ruhestand ging, übernahm am 1.1.1967 Oberlehrer Hans Spannagl die Schulleitung. Während seiner Amtszeit schloss sich 1972 auch Derching dem Schulverband an und man begann schon wieder mit einem Erweiterungsbau. Dieses Mal kamen ein Verwaltungstrakt mit Musiksaal und Lehrerzimmer und in einem weiteren Bauabschnitt das jetzige Hauptschulgebäude hinzu, das mittels einer Holzbrücke mit dem bestehenden Gebäudekomplex verbunden wurde. Zum Schuljahresbeginn 1978/79 konnte das neue, moderne Schulgebäude mit 6 Klassenzimmern und einem Physiksaal bezogen und die akute Raumnot an der Schule Stätzling gemildert werden. Mit der Eingemeindung der St.-Anton-Siedlung nach Augsburg erfolgte die Aussprengelung dieses ehemaligen Stätzlinger Ortsteils.

                                                                                                           Quellen: - Max Zinterer: Geschichte in Mittelalter und Neuzeit – Stätzling, in Stadtbuch Friedberg Band 1, Friedberg 1981
                                                                                                                          -  Schularchiv